Die Vision: Architektur im Einklang
mit der Landschaft
Erdhäuser sind keine Bauform, sondern eine Haltung. Sie verstehen die Erde nicht als Fundament, sondern als schützende Hülle – formend, isolierend, integrierend.
Grundgedanke
Die Idee des Erdhausbaus folgt einem klaren Prinzip: Architektur soll sich in die Landschaft einfügen, nicht über sie dominieren. Die Erde wird nicht nur als Baugrund verstanden, sondern als schützende Hülle des Gebäudes. Sie isoliert, speichert Wärme und schafft ein ausgeglichenes Raumklima. So entsteht eine Bauweise, die natürliche Ressourcen nutzt, anstatt sie zu bekämpfen.
Die Vorteile
Aus diesem Grundgedanken heraus entwickelt sich eine Bauweise, die ökologische, technische und gestalterische Aspekte miteinander verbindet. Das Erdhaus ist kein Sonderfall, sondern eine konsequente Weiterführung dieses Prinzips. Die Erde übernimmt dabei nicht nur eine symbolische, sondern eine funktionale Rolle: Sie schützt, reguliert und stabilisiert. Gleichzeitig bleibt das Gebäude flexibel planbar und kann auf gewachsenem Terrain ebenso entstehen wie integriert im Hang.
Die organische Bauweise eröffnet grosse gestalterische Freiheit und ermöglicht individuelle, skulpturale Lösungen mit hohem architektonischem Anspruch. Moderne Innenausbaustandards sind selbstverständlich. Jedes Erdhaus wird neu konzipiert und auf die Bedürfnisse seiner Bewohner abgestimmt – als Einzelhaus oder als Siedlung. Aus dieser besonderen Konstruktion ergeben sich eine Reihe konkreter Vorteile.
-
Isolation
Die kompakte, gewölbte Gebäudeform reduziert den Wärmeverlust erheblich. Durch das günstige Verhältnis von Aussenfläche zu beheiztem Volumen und die natürliche Dämmwirkung der Erdüberdeckung lassen sich Energieeinsparungen von bis zu 50 % erzielen. Erdhäuser erfüllen hohe energetische Standards, einschliesslich der Anforderungen des Schweizer Minergie-Standards.
-
Luftdichtigkeit
Die Bauweise ermöglicht ein Höchstmass an Luftdichtigkeit. Zugluft und Feuchtigkeitseintritt werden verhindert, Bauschäden wie Schimmel oder Fäulnis vermieden. Gleichzeitig verbessert sich der Schallschutz und Lüftungssysteme arbeiten effizienter. Das Resultat ist eine spürbar höhere Wohnbehaglichkeit.
-
Erdüberdeckung
Die Erde wirkt als natürliche Schutzschicht gegen Kälte, Wind, Regen und Immissionen. Sie verlängert die Lebensdauer der Gebäudehülle und sorgt für ein stabiles Innenklima. Erdhäuser können ins Gelände integriert oder auf gewachsenem Terrain errichtet werden – flexibel und standortgerecht.
-
Energiequellen
Erdhäuser eignen sich ideal für erneuerbare Heizsysteme. Umweltenergie aus Luft, Erde, Wasser oder Sonne kann effizient genutzt werden. Erdwärmesonden, Wärmepumpen oder Solarkollektoren lassen sich optimal integrieren und reduzieren den Bedarf an fossilen Energieträgern erheblich.
-
Klimazonen
Die Bauweise ermöglicht eine klare Zonierung von beheizten und unbeheizten Bereichen. Dadurch entstehen natürliche Wärmezonen mit optimierter Energieverteilung. Kühlung im Sommer, Wärmeschutz im Winter und eine ausgeglichene Luftfeuchtigkeit von rund 50 % schaffen ein gesundes Raumklima.
-
Komfortlüftung
Die luftdichte Konstruktion bildet die ideale Grundlage für kontrollierte Lüftungssysteme. Frischluftzufuhr, Wärmerückgewinnung und Luftfilterung sorgen für konstante Luftqualität bei gleichzeitig effizientem Energieeinsatz.
-
Stabilität
Die gewölbte, massive Konstruktion bietet aussergewöhnliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Sturm und Erdbeben. Fehlende exponierte Bauteile reduzieren Angriffsflächen. Die Betonbauweise gewährleistet zudem einen hohen Brandschutz.
-
Landschaft
Begrünte Dächer und die Einbettung ins Terrain ermöglichen eine harmonische Integration in die Umgebung. Hanglagen können terrassiert genutzt werden, Grünflächen bleiben erhalten und der Landverbrauch wird optimiert.
-
Licht
Grosszügige Glasfassaden, Atrien und Oberlichter sorgen für helle, lichtdurchflutete Räume. Trotz Erdüberdeckung entstehen offene Wohnräume mit starkem Bezug zur Landschaft.
«Wir alle sollten uns um die Zukunft
sorgen, denn wir werden den Rest unseres
Lebens dort verbringen»
Charles F. Kettering